Sonntag, 6. Dezember 2015

Soziale Medien für die Generation 50+ auf Smartphone

Bevor ich richtig loslege und über soziale Medien spreche, will ich erst mal erklären, was das ist. Die Definition in Wikipedia lautet:
Social Media (auch soziale Medien)[1] bezeichnen digitale Medien und Technologien (vgl. Social Software), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen. Medien sind Texte, Bilder, Videos.

Der wichtigste Aspekt ist es, sich auch in Gruppen, gegenseitig auszutauschen. Messenger wie Whatsapp und Skype sind dagegen Anwendungen, um persönliche Nachrichten auszutauschen und deshalb eigentlich keine sozialen Medien sind.

Was hier besprochen wird, gilt genauso für die Benutzung von Laptop, Notebook oder PC.
 
Es gibt viele Programme, die zu den sozialen Medien gehören, da Facebook das Programm mit der weitesten Verbreitung ist, will ich heute stellvertretend für alle von Facebook sprechen, obwohl es auch noch viele andere wie Twitter, Skype oder Youtube gibt.



Was man in sozialen Medien keinesfalls machen sollte:

  • Wichtigst: Niemals irgendetwas peinliches über sich selbst oder andere verbreiten.
  • Bildrechte beachten. Bilder und Videos von Personen dürfen nur mit ausdrücklicher Zustimmung verbreitet werden. (Ausnahme: Berühmtheiten im Dienst, Menschenmassen)
  • Niemals Abwesenheitszeiten von Haus und Hof bekanntgeben. (--> Einbruchsgefahr)
  • Keine Adressen, Telefonnummern, E-Mailadressen bekanntgeben. Sie werden sonst mit Werbesendungen überhäuft.
  • Rechtschreibung beachten. Rechtschreibprüfprogramme benutzen. (Lächerlichkeit, Nicht seriös)
  • Keine Fake-Meldungen, keine Verschwörungstheorien. Häufig werden Verschwörungstheorien auch aus Gutgläubigkeit in Unkenntnis dessen, dass es eine Verschwörungstheorie ist, weitergeleitet.


Was man tun sollte:

  • Als Profilbilder sollten Porträtfoto verwendet werden, auf denen sie deutlich zu erkennen sind. 1)
  • Benutzername sollte der echte Name sein.1)
  • Meinungs- und Gedankenaustausch in einer Gruppe gleichgesinnter, in einem Verein.
  • Gruppen könnten sein: Hundefreunde, Fußballclubanhänger, Angelfreunde, Astronomiebegeisterte, gegenseitige Unterstützung bei einer bestimmten Krankheit, Reisebegeisterte, Klassengemeinschaften, Singletreffen. Die möglichen Gruppen sind unendlich.
  • Wirtschaftlicher Hintergrund: Vorstellung seiner Produkte und Dienstleistungen. Leider häufig unseriös.
  • Persönliche Kontakte herstellen. Persönliche Nachrichten, Telefonate, Treffen. Im Internet sollte man nicht in Anonymität versinken. Dazu ist es nicht gedacht.
  • Stammtischrunden organisieren.
1) Sie wollen ja auch von ihren Freunden, Verwandten, ehemalige Klassenkameraden usw. gefunden werden. Ein deutliches Profilbild und der echte Name erleichtern die Kontaktaufname ungemein. Wer sich hinter einem Landschaftsbild und einem nichtssagendem Synonym versteckt, braucht auch gar nicht erst im Internet teil zu nehmen!

Beispiele schlechter Profilfotos:
Alexander Volpps Profilbild, Bild könnte enthalten: eine oder mehrere Personen, Himmel, Natur und im Freien Barbara Tomschitz Profilbild


 
Das Computer, Internet, Smartphone, Facebook nur etwas für jüngere sind, ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Wieso eigentlich? Das hat alles den Geruch es sei zu kompliziert für Ältere und ist es nicht auch irgendwie gefährlich? Sind nicht schon Leute über das Internet betrogen worden? Und haben die Geräte nicht auch eine gefährliche Strahlung? Es gibt sicherlich noch viele Gründe, die moderne Technik nicht zu nutzen. Oder sind es in Wirklichkeit nicht alles nur Ausreden? Ausreden weswegen? So ganz genau wissen wir es nicht. Aber ich habe eine Vermutung. Es ist die Angst, von der Technik überfordert zu werden. So ganz falsch ist das nicht. Viele fühlen sich tatsächlich überfordert. Die Jüngeren können sich gar nicht immer vorstellen, wobei und womit die Älteren Probleme haben. Dann kommt der Ratschlag, das ist das ganz einfach, Du musst nur dieses oder jenes machen. Und der Rat hilft auch nicht weiter. Es taucht sofort ein neues, scheinbar unüberwindliches Hindernis auf. Manchmal ist es nur ein vergessenes Passwort. Ich will mich aber nicht in die Reihe derjenigen einreihen, die den Älteren den Mut nehmen möchte, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen. Ganz im Gegenteil.

In meiner Berufspraxis habe ich immer wieder erlebt, dass die Älteren die besseren Computernutzer sind. Wieso? Wenn erst mal die Angst überwunden und der Kampfgeist erwacht ist, mit der Technik fertig zu werden, dann verbeißen sie sich in die Aufgabe. Dann sind sie nicht mehr zu bremsen. Dann werden sie zu Profis, denen man nichts mehr vormachen kann. Sie glauben, lass den doch sabbeln, für mich ist das doch nichts. Was soll mir das schon nützen. Das ist die Grundeinstellung, die fast alle haben.
Sie sprechen wie der Papst über den Sex. Was sie nicht kennen, vermissen sie auch nicht.

Dabei nehmen die sozialen Kontakte mit zunehmenden Alter kontinuierlich ab. Das hat verschiedene Gründe:
  • Die Mobilität nimmt ab. Statt sich ins Auto zu setzen, müssen öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden. Freunde sind nicht mehr so schnell und komfortabel erreichbar.
  • Die ehemaligen Kollegen aus dem Betrieb sieht man nicht mehr täglich.
  •  Der Tagesablauf kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so flexibel gestaltet werden wie ehedem. 
  • Die Bequemlichkeit nimmt einfach zu. 
Sich den ganzen Tag vom TV-Gerät berieseln zu lassen ist die Endlösung. Vor den Fernseher abgeschoben, gut ist. Es soll Personen geben, denen das in ihrem Leben genug ist. Aber es gibt auch viele, die spüren, dass das für den Rest des Lebens nicht alles sein kann. Denen dann doch irgendetwas fehlt. Nämlich der Kontakt mit den Mitmenschen. Da findet sich dann schon eine Lösung: Kurz vor Geschäftsschluß noch schnell einkaufen gehen, am Donnerstag abend zur Bank oder andere Besorgungen, wo es überall voll ist, wo man mit möglichst langen Warteschlangen zu rechnen hat. Da ergibt sich dann zwangsläufig die Gelegenheit zu einem Schnack. Es sind ja nicht alle Kontakte abgeschnitten. Manchmal kommen auch Kinder und Enkelkinder zu Besuch. Das ist dann das Highlite des Monats. Vielleicht etwas übertrieben, aber im Prinzip ist es so.

Was kann man dagegen tun? Ich möchte alle aus einer jedem Menschen drohenden Lethargie heraus reißen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Eine möchte ich hier darstellen.

Die Nutzung sozialer Medien hat eine Einstiegshürde: Man muss Computer oder Smartphone beherrschen. Viele werden denken, dass schaff ich nie oder ist mir viel zu anstrengend, mich jetzt noch einmal damit zu beschäftigen. Aber glauben sie mir: Genau das ist der unter anderem der gewünschte Effekt. Die Anstrengung. Die geistige Herausforderung ist das was uns jung erhält.  Glauben sie mir, es gibt niemanden der zu dumm ist, damit nicht umzugehen. Niemand! Aber etwas Zähigkeit braucht man schon. Vor allem, darf man nicht aufgeben. Immer wieder und wieder neu probieren. Und Tante Google weiß immer eine Lösung. Man muss sie nur mit den geeigneten Suchworten füttern, dann spuckt sie uns schon dutzende Lösungen aus. Gut, irgendwann kommen Sie mit der Kiste zurecht. Verblüffen Sie ihre Enkelkinder mit ihren Computerkenntnissen. Sie werden mehr als überrascht sein. "Die Alte ist ja doch noch ganz schon fit" denken sie ins geheim. So, die erste Stufe hätten sie geschafft. Sie haben tausende von Kalorien in ihrem Kopf verbrannt und sie können wahnsinnig stolz sein, etwas geschafft zu haben, was ihre Enkelkinder noch nicht so richtig beherrschen.

Nun kommt der zweite Schritt: Melden sie sich bei Facebook an. Nebenbei ein wichtiger Tipp von mir: Benutzen sie ihren echten Namen auch als Benutzernamen und als Profilbild ein Foto auf dem sie auch gut zu erkennen sind. Manche sagen, dann bin ich ja für jedermann erkennbar. Genau das ist der Sinn. Ihre ehemaligen Kollegen, Schulfreunde oder Schulfreundinnen sollen sie ja finden. Ist das nicht gefährlich, wenn mich alle sehen? Nein, bestimmt nicht. Aber es gibt etwas was wirklich gefährlich ist: Veröffentlichen sie nie Informationen oder Bilder, die irgendwie peinlich sein könnten. Auch nie veröffentlichen von wann bis wann man im Urlaub ist. Das könnte zum Einbruch in ihre Wohnung verleiten. Aber sonst brauchen sie keine Angst haben. Zu Anfang ist die Benutzeroberfläche von Facebook ganz schön unübersichtlich. Das war sie auch für mich. Erobern sie Facebook wie ein Computerspiel: Mal hier klicken, mal dort klicken und schauen was passiert. Sie können nichts kaputt machen. Stöbern sie einfach mal. Sie werden viele lustige, fröhliche, besinnliche Beiträge finden. Aber auch manches in einer ultrarechten Gesinnung oder in einer katastrophalen Rechtschreibung geschrieben. Ich rate dringend davon ab, Informationen aus Facebook oder Youtube für bare Münze zu nehmen. Zu viele verbreiten Haare sträubendes. Es gibt andererseits auch viele richtig gute Beiträge. Es ist eine Kunst, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Nun, wenn sie sich mit Facebook etwas vertraut gemacht haben, geht es los. Kramen sie ihr uraltes Adressbuch hervor. Facebook hat so ein Personensuchfeld. Da geben sie mal die Namen ihrer Freunde/innen ein, zu denen der Kontakt schon lange abgerissen ist. Sie werden sich wundern, wieviele sie auf diese Weise wieder finden. Da zeigt es sich auch, das es sinnvoll ist, wenn auch ihre ehemaligen Freunde ein gutes Passbild im Profil verwendet haben. Laden Sie diese ein, Facebook-Freunde zu werden. Schreiben Sie ein paar nette Zeilen. Eigentlich antwortet jeder. Ruckzuck können sie ihre alten Bekanntschaften wieder auffrischen. Ein reger Schriftverkehr ist die Folge. Nicht alle Bekannte wohnen jott we deh. Da ergibt sich die Gelegenheit sich auf einen Kaffee mal wieder zu einem Plausch zu treffen. Das Internet ist mit den sozialen Medien nichts, um sich hinter dem Ofen zu verkriechen, sondern ein hervorragendes Medium, um sich in der realen Welt zu treffen.
Ihre Enkelkinder habe sie bisher nur sporadisch besucht. Benutzen Sie Skype oder ähnliches, um sich live, Angesicht zu Angesicht zu sehen. Ich habe meine 3-jährige Enkeltochter täglich über Skype gesehen. Toll. wenn die Enkelkinder 1,5 Fahrstunden entfernt wohnen.
Es gibt aber nicht nur Sinn, mit denen zu chatten ( das englische Wort für quatschen) die man mal persönlich gekannt hat, sondern mit denen mit welchen man persönliche Vorlieben teilt. Verbinden sie sich mit denen, die das gleiche Hobby, die gleichen Interessen teilen. Sie können auf diesem Weg natürlich auch ihren Freundeskreis vergrößern und sich mit Facebook-Freunden treffen und echte Freundschaften daraus werden lassen.

Manche entgegnen, man könne ja auch Briefe schreiben. Das wäre persönlicher, wegen der eigenen Handschrift und überhaupt es ist ein anderes Gefühl. Das stimmt wahrlich. Briefpost hat aber Nachteile: man braucht die Postadresse. Die Zustellung kann mehrere Tage dauern und es ist nicht umsonst. Deshalb mein Rat: Schreiben Sie im Internet oder bei einer E-Mail genauso sorgfältig wie in einem handgeschriebenen Brief. Prüfen Sie den Stil. Vermeiden sie sorgfältig jeden Rechtschreibfehler. Wenn sie sich nicht ganz so sicher sind, lassen sie sich von einem Rechtschreibprüfprogramm helfen. Sagen sie nie, ist ja nur im Internet. Eine sorgfältig geschriebene elektronische Nachricht hat den selben Persönlichkeitswert wie ein handgeschriebener Brief.

Ein ganz wichtiger Effekt ist, dass sich eine neue Welt eröffnet, dann im Ernst, Facebook und andere soziale Medien, sind nur ein klitze kleiner Teil der Möglichkeiten, die sich mit dem Internet eröffnet.
Frauen erkennen z.B. die Möglichkeit günstig Kleidung einzukaufen. Männer halten den Kontakt mit ihrem Verein aufrecht. 
 
Es eröffnet sich eine neue Sicht auf die Welt, in eine neue Welt auf die man vorher keinen Zugriff hatte. Ohne Übertreibung: es eröffnet sich eine Welt von der man vorher nicht die geringste Ahnung hatte, dass es sie überhaupt gibt.Eines kann ich ihnen garantieren: Langeweile, Stumpfsinn war gestern. Fernsehen brauchen sie jetzt nicht mehr.

Wer mit dem Computer nicht zurecht kommt kann, wenn er wirklich nicht weiter kommt, natürlich auch meine Hilfe in Anspruch nehmen.  Aber ich bin sicher, sie schaffen das allein.

Weil Facebook die größte Verbreitung hat, beschäftigen wir uns hauptsächlich damit. 
Die wichtigsten Seiten:


  1.  Die ProfilseiteErkennbar an Profilfoto und Name. Dieses ist die Facebookansicht, so wie sie weltweit sichtbar ist.
  2. Startseite
    Mit der Startseite können wir vornehmlich unsere eigenen Daten verwalten
  3. Freunde finden
    Es werden Freunde von Freunden vorgeschlagen.
  4. Messenger
    Private Nachrichten, die wirklich nur der Empfänger sieht.
  5. Systemnachrichten
  6. Hilfe
  7. Verschiedenes





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